Blinder Genuss auf der Grünen Woche 2017

Veröffentlicht auf von Hans Peter Sperber

Berlin, Januar 2017

Jedes Jahr findet in Berlin mit der Grünen Woche die größte Messe für Landwirtschaft und Lebensmittel statt. Fast aus der ganzen Welt kommen die Aussteller, um ihre landwirtschaftlichen Produkte vorzustellen. Dieses Jahr war Ungarn das Partnerland. Wie jedes Jahr gab es wieder Sonderführungen für Blinde und Sehbehinderte, welche in Kooperation von ABSV / Berliner Blindenverein und Messe Berlin organisiert wurden.

Die Teilnehmer wurden von zwei Messemitarbeitern und Frau Rändel vom ABSV begrüßt und begleitet. Es ging dann in die Bio-Halle, denn Biolebensmittel sind voll im Trend und auch sehr gesund. Am Stand von Bioland gab es einen Vortrag über die Erzeuger- und Vermarktungsgenossenschaft Bioland. Eine Fragerunde gab es danach. Für Hungrige wurden gekochte Bio-Eier angeboten. Nun folgte eine bayerische Bio-Käserei. Die Standleiterin erklärte den Herstellungsprozess von einigen Käsesorten. Während der folgenden Fragerunde konnten die Teilnehmer vier Käsesorten probieren und anschließend günstig Käse kaufen. Der Probierkäse war echt lecker und so kauften viele Mitglieder ein. Danach ging es zu einer Bio-Bäckerei aus Oberfranken. Hier erzählte ein Unternehmensvertreter einiges über das Unternehmen PEMA und ihre Bio-Brote. Das Unternehmen backt viele unterschiedliche Brotsorten und exportiert diese in 80 Länder. Auch hier gab es eine Verkostung und Fragerunde. Doch dieses Mal bekamen die ABSVler kostenlose Brotproben zum Mitnehmen. Für die Durstigen schlug das Herz dann höher. Denn der Besuch des Standes der Biobrauerei Riedenburg aus Bayern stand auf dem Programm. Hier gab es Riedenburger Dunkel und Pils zum Verkosten. Aber auch eine schmackhafte Biolimonade. Das Bier war süffig und schmeckte sehr gut. Wobei ein Unterschied zu normalen Bieren nicht feststellbar war. Die Limonade war dagegen geschmacklich viel besser als konventionelle Limonade aus dem Supermarkt. Bei einem Vortrag erfuhren die Blinden, dass die Brauerei mit einheimischen Biobauern zusammenarbeitet und von ihnen beliefert wird. Besonders interessant war die Tatsache, dass sie neben normalen Biersorten auch Craft-Biere, wie das Dolden Summer Gold brauen. Auch die alten Getreidesorten wie Emmer und Einkorn kommen zum Braueinsatz. Einkorn ist das älteste Getreide der Welt und es existiert schon Tausende von Jahren.

Dann ging die Reise zum Deutschen Jagdverband. Hier wurde die Gruppe in die heimische Tierwelt eingeführt. So waren Federn vom Milan und der Schleiereule zum Anfassen vorbereitet. Aber auch Felle vom Marder, Wildschwein und Reh. Beim Reh gab es das Sommer- und Winterfell. Die Jägerin erzählte dann noch Wissenswertes über die Jagd und Wildtiere. Auch Lukullus durfte dann nicht fehlen. Denn es konnte Wildschweinbratwurst und Hirschknacker probiert werden. Der DJV hatte ein Wildrestaurant aufgebaut, wo sich die blinden Messebesucher günstig stärken konnten. So gab es Wildschweinbraten oder Wildgulasch. Der Vorsitzende des Berliner Jagdverbandes stellte sich nach dem Mahl den Fragen der Wissbegierigen. Die Blindenführung war dann beendet. Die Leute konnten dann die Messe auf eigene Faust erkunden. Das taten auch die Meisten. Es gab ja auch noch die vielen Hallen der Bundesländer zu erkunden. Oder kulinarische Spezialitäten aus Afrika, Asien und dem Rest der Welt.

 

Es war wieder eine interessante und tolle Führung, welche die Messe Berlin und der ABSV/ Allgemeiner Blinden und Sehbehindertenverein, organisiert haben. Dieses Jahr werden noch Führungen über die ITB und IFA angeboten. Vielleicht auch wieder über die VENUS. Denn da gab es letztes Jahr die Premiere.

 

Text: Hans Peter Sperber von Sperbys Musikplantage und ABSV-Mitglied

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