Butterfly On A Wheel – ungewöhnliche Klänge im Rickenbackers,

Veröffentlicht auf von Hans Peter Sperber

Ilka Posin bei Butterfly On A Wheel
Ilka Posin bei Butterfly On A Wheel

Berlin,14.08.2016

Sonntagabend im Rickenbackers in Berlin Rock-time mit Butterfly On A Wheel, der Stones-coverband der besonderen Art! Butterfly On A Wheel interpretiert nicht präzise die üblichen bekannteren Stücke der Band, sondern konzentriert sich auf selten gehörte Songs, häufig wenig bekannte B-Seiten. Songs, die den Fans der Band sicherlich bekannt sein werden, den nicht so sattelfesten Besuchern des Abends jedoch einige Rätsel aufgaben.

Butterfly On A Wheel bewegen sich dabei durch den reichhaltigen musikalischen Fundus ihrer Vorbilder, die meisten Stücke stammen aus der Zeit zwischen den Endsechzigern und den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Viele von ihnen sind Balladen und zeigen den meisten Musikfreunden eine eher unbekanntere Seite der Rolling Stones, deren musikalisches Gesamtwerk weit mehr als die allseits bekannten Hits umfasst und die Vielseitigkeit der englischen Band eindrucksvoll dokumentiert.

So waren etlichen Besuchern, sowie auch dem Berichterstatter selbst, beispielsweise die Songs „Sitting on a fence“, „Sweet Virginia“, „Too much blood“ und „Sweet black angel“ gänzlich unbekannt. Die letzten zwei Lieder sind- für die Stones recht ungewöhnlich- politische Songs. „Too much blood“ handelt von Gewalt und Terror, „Sweet black Angel“ erzählt die Geschichte der Afro-Amerikanischen Menschenrechtsaktivistin Angela Davis, die in den USA für ihre politische Überzeugung inhaftiert wurde. Die DDR hatte sich seinerzeit übrigens sehr für Ihre Freilassung eingesetzt.

Musikalisch sehr spannend war auch die Version von „Beast of burden“, das Original stammt zwar von den Rolling Stones, jedoch erst Bette Midler machte den Song weltbekannt. An diesem Abend wurde der Titel von Hans Rohe und Ilka Posin gesungen. Die Sängerin Ilka Posin verlieh unter anderem den Songs „Play with fire“ und „As tears go by“ mehr als nur einem Hauch stimmliche Erotik. Zu den bekannteren Liedern der Stones zählten die Butterfly On A Wheel - Versionen von „Lady Jane“ und „Good bye Ruby Tuesday“.

Den Musikfreunden im Rickenbackers bleibt ein Abend mit klasse Musik in Erinnerung; die anwesenden Zuhörer waren hellauf begeistert. Zurecht bezeichnet sich Butterfly On A Wheel zwar als eine Rolling Stones Coverband. Allerdings gaben die sehr eigenständigen Interpretationen der Songs dem Konzert eine ganz besondere Note, die ein hohes Maß an Kreativität der beteiligten Musiker erkennen lässt. Ebenso spürt man, dass Karl Neukauf am Keyboard, Hans Rohe an der Gitarre, Heike Becker am Bass und Ilka Posin auf dem Cajon ihrerseits die Musik der Stones lieben und deswegen ihre Versionen der Stücke sehr sorgfältig und mit großer Kennerschaft arrangieren.

Ein wundervoller Abend für alle Anwesenden ging viel zu schnell zu Ende. Butterfly On A Wheel erbrachten zweifellos den Beweis, dass das Covern von Musik durchaus eine eigenständige Kreativleistung sein kann und auch sein muss, um sich wohltuend von der Masse abzuheben.

Autor: Hans Peter Sperber / Sperbysmusikplantage

Bildquelle: Butterfly On A Wheel Büro (Winfried Reul)

Heike Becker am Bass, Hans Rohe Vocals und Gitarre; Karl Neukauf am KeyboardHeike Becker am Bass, Hans Rohe Vocals und Gitarre; Karl Neukauf am Keyboard

Heike Becker am Bass, Hans Rohe Vocals und Gitarre; Karl Neukauf am Keyboard

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